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Badische Revolution - Ablauf
 
Die 'Märzrevolution' von 1848 hatte noch wenig Resonanz in Rastatt gefunden. Die beiden Putschversuche von Friedrich Hecker und Gustav Struve im Herbst desselben Jahres zeigten jedoch, dass Baden zur Zelle für ein demokratisches Deutschland heranwuchs. Hecker bließ von Konstanz aus zum Marsch auf das Karlsruher Schloss, um das Ende der Fürstenmacht in deutschen Landen einzuläuten, wurde aber in der Schlacht von Kandern gestoppt. Struve rief im September 1948 in Lörrach die Republik aus. Der Putschversuch wurde jedoch niedergeschlagen. Struve landete als politischer Häftling im Rastatter und später im Bruchsaler Gefängnis. Der Versuch, aus dem Großherzogtum eine moderne Republik zu machen, war damit 1848 gescheitert.

In Rastatt veränderte sich die Stimmung im Spätherbst 1848 grundlegend; es kam zu einem Politisierungsschub. Auslöser war die standrechtliche Erschießung von Robert Blum, der von der Nationalversammlung in Frankfurt nach Wien entsandt wurde und dort sich an den revolutionären Kämpfen beteiligte.

Als im Frühjahr 1949 bekannt wurde, dass die Ende März vom der Frankfurter Nationalversammlung verabschiedete Reichsver­fassung, die den König von Preußen zum gewählten Erbkaiser vorsah, an dessen Widerstand scheiterte, da sammelten sich in Baden die demokratischen Kräfte. Der Landesausschuss der badischen Volksvereine rief für Mitte Mai zu einem Treffen der Volksvereine nach Offenburg ein.

In dieser Situation verbrüderten sich am 9.Mai 1849 in Rastatt große Teile der Bürgerwehr mit Soldaten der Garnison. Die heimliche Verlegung von Gustav Struve in der Nacht zum 12. Mai von Rastatt in das Bruchsaler Gefängnis heizte die Atmosphäre an. Der badische Kriegsminister Hoffman konnte den Aufruhr nicht dämpfen und floh. Damit hatte sich die als sicher geltende Bundesfestung zu einer revolutionären Freiheitsfestung gewandelt.

Die großherzogliche Regierung nahm gegenüber der Offenburger Versammlung eine ablehnende Haltung ein. Am Abend des 13. Mai fuhr der Landesausschuss unter Amand Goegg nach Rastatt. Noch in der gleichen Nacht vom 13. zum 14. Mai floh Großherzog Leopold aus seiner Residenz in Karlsruhe. Der geflohene Großherzog rief Bundestruppen, das bedeutete: Preußen, zur Hilfe.

In den folgenden Wochen verlagerte sich das revolutionäre Geschehen von Rastatt nach Karlsruhe. Die preußischen Truppen unter Führung des Prinzen von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm I., überschritten am 20 Juni bei Germersheim den Rhein und drangen in Baden ein. Die badischen Revolutionstruppen konnten der miltärischen Übermacht de preußischen Armee nicht standhalten (Schlacht bei Waghäusel). Rastatt wurde zum Sammelplatz von mehr als 15.000 Mann der geschlagenen Revolutionstruppen.

Die Stadt wurde eingeschlossen und vom 1. bis 23. Juli belagert. Ein Teil der Revolutionsarmee von fast 6.000 Mann hatte sich in der Festung verschanzt. Restliche Verbände der Revolutionstruppen flüchteten in die Schweiz und wurden dort entwaffnet. Die preußische Belagerungsmacht setzte schließlich die bedingungslose Kapitulation durch. Am 23. Juli 1849 fand die Übergabe statt.

Alle Soldaten und Freischärler sowie einige Rastatter Bürger wurden in den Kasematten der Festung gefangengesetzt. Es folgten die Standgerichtsprozesse, denen 19 Freischärler zum Opfer fielen. Bis 1852 dauerte die preußische Besatzungszeit.
 
 
   
 
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