Am Lichtenwörth
     NaturFreunde Rastatt Portal Rhein Nebengewässer Auen Schutzgebiete Fauna & Flora Nachhaltigkeit Weiteres Kontakt

 
Naturschutz(fach)behörden
Auen-Institut
BildungsNetzwerk Aue
Umweltstiftung Rastatt
PAMINA Rheinpark
---------------------------------
Grund- und Trinkwasser
Kies- und Sandabbau
Goldwäscherei
Waldwirtschaft
Stechmücken
---------------------------------
Landschaft des Jahres

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Auen-Institut in Rastatt
 
Auen-Institut in Rastatt

Das Auen-Institut in Rastatt, Josefstr. 1
Auen-Institut über dem Gewerbekanal

Darunter fließt der Gewerbekanal hindurch.
Im Kellergeschoss des Gebäudes befindet sich ein kleines Wasserkraftwerk der star.Energiewerke Rastatt.
 
Gründung des WWF-Auen-Instituts
 
Nach der Begradigung des Rheins im 19. Jahrhundert durch Johann Gottfried Tulla wurde der Fluss zu Beginn des 20. Jahr­hunderts unter Leitung von Max Honsell zur Wasserstraße ausgebaut. Es folgte der "moderne Oberrheinausbau", um das Wasserkraftpotential des Stroms zur Energiegewinnung zu nutzen. Als klar war, dass die im Jahre 1977 erbaute Staustufe Iffezheim die letzte ihrer Art sein würde, verblieb die Rastatter Rheinaue als erste natürlich überflutbare Rheinaue am Ober­rhein. Am 8. Februar 1984 wurde sie zum Naturschutzgebiet erklärt.
Noch am selben Tag wurde bekannt, dass der World-Wildlife-Fund (WWF, seit 1986 in World Wide Fund for Nature um­benannt), eine der größten internationalen Naturschutzorganisationen der Welt, seine deutsche Zentrale für den internatio­nalen Schutz der Flussauen in Rastatt aufbauen werde. Zu der Einweihung am 23. Mai 1985 kam der damalige Präsident des WWF Prinz Philip höchstpersönlich nach Rastatt.
 
Naturschutz und Hochwasserschutz eine Einheit
 
Die Leitung des Instituts oblag Prof. Dr. Emil Dister, einem angesehenen Auen-Ökologen. In der Folgezeit erwarb sich das Institut durch seine Forschungsarbeiten am Oberrhein, im rumänischen Donaudelta, an der Loire in Frankreich, am kolumbianischen Rio Magdalena und andernorts weltweites Ansehen. Die Projekte richteten sich gegen die Verbauung der Flüsse und zielten auf Renaturierungsmaßnahmen ab. Das Auen-Institut betrachtet Flüsse und Auen als ökologische Einheit. Zugleich wurden umweltverträgliche Hochwasserschutzkonzepte entwickelt, welche auch in das Integrierte Rheinprogramm des Landes Baden-Württemberg zur Wiederherstellung des Hochwasserschutzes am Oberrhein einflossen. Die Einsicht lautet: Naturschutz und Hochwasserschutz widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich gegenseitig.
 
Versuch der Integration in das Institut für Wasser- und Gewässerentwicklung (IWG)
 
Der WWF änderte im Laufe der Jahre seine Strategie und nutzte sein internationales Netzwerk verstärkt dazu, um durch Kampagnen und politische Aktionen Feuchtgebiete in anderen Regionen der Welt zu retten. Gemäß seiner neuen Marketing-Strategie beschloss der WWF im Jahre 2004, das Auen-Institut in Rastatt nicht weiter als eigene Forschungs­stätte zu betreiben. Als Lösungsmöglichkeit sah man die Integration des Instituts in die Universität Karlsruhe. So wurde am 30. März 2004 zwischen dem WWF Deutschland und der Universität Karlsruhe eine Vereinbarung zur schrittweisen Übernahme des WWF-Auen-Instituts in das neu gebildete Institut für Wasser- und Gewässerentwicklung (IWG) unter der Leitung von Prof. Dr. Franz Nestmann geschlossen. Damit war das WWF-Auen-Institut seit dem 1. April 2004 formal in die Universität Karlsruhe eingegliedert. Ein Teil der Mitarbeiter wurde jedoch weiterhin vom WWF finanziert. Ziel war es, dass das Auen-Institut bis zum Jahre 2014 vollständig in die Trägerschaft der Universität übergegangen sei. Das WWF-Auen-Institut sollte seinen Namen beibehalten.

Diese erste Vereinbarung endete ohne Kündigungsbedarf am 31. März 2009. Eine Zukunftskonzeption gab es bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Der WWF verlängerte daraufhin einseitig seine Förderung um ein weiteres Jahr. In einem Schreiben auf eine Anfrage des Rastatter Landtagsabgeordneten Gunter Kaufmann (SPD) an das Wissenschafts­ministerium vom August 2009 wurde dieser damit vertröstet, dass man an einem nachhaltigen Einbindungskonzept in das IWG arbeite. Zudem wolle man die weitere Zusammenarbeit von Evaluationen abhängig machen.

Als zum Jahreswechsel 2009⁄2010 immer noch keine Lösung in Sicht war, erschienen in mehreren lokalen und überregio­nalen Zeitungen Artikel über das drohende Aus des Rastatter Auen-Instituts. Die Stadt Rastatt, die die Räumlich­keiten für das WWF-Auen-Institut zur Verfügung stellt, und Umweltorganisationen wie die NaturFreunde und der Landes­naturschutzverband wandten sich an das Präsidium des KIT und an das baden-württembergische Umweltministerium. Am 8. Februar besuchte die damalige Umweltministerin Tanja Gönner das IWG. Nun begannen hinter den Kulissen zahlreiche Gespräche, um eine Konzeption und Lösung aus der verworrenen Situation zu finden.

Das Präsidium des KIT schickte ein Schreiben an den WWF Deutschland mit Bedingungen für den Fortbestand des Instituts. Dessen Reaktion darauf wurde in dem Zeitungsartikel "WWF dreht dem Aueninstitut den Geldhahn zu" (BNN 27.02.2010) deutlich. Nachdem bereits alle Brücken abgerissen schienen, kam es am 1. März doch noch zu einem Gespräch zwischen dem KIT-Präsidenten Prof. Hippler und dem Auen-Institutsleiter Prof. Dister. Von nun an galt eine Integration des WWF-Auen-Instituts in das KIT-Institut für Geographie und Geoökologie als Perspektive.
 
Integration in das Institut für Geographie und Geoökologie (IFGG)
 
Am 4. Oktober 2010 vermeldete das KIT, dass KIT und der WWF die Verträge zum Fortbestand des WWF-Auen-Instituts inzwischen unterzeichnet haben. Danach soll das WWF-Auen-Institut Teil des Instituts für Geographie und Geoökologie werden. Der WWF gewährte einen Personal- und Sachkostenzuschuss von insgesamt 260.000 Euro, verteilt auf vier Jahre. Damit war der Fortbestand zumindest bis zum Jahre 2014 gesichert. Ferner wurde am KIT eine Professur inklusive Personal- und Sachmittelausstattung eingerichtet, um nach dem Ausscheiden von Professor Emil Dister eine neue Leitung des Instituts vorzubereiten.
 
Das Auen-Institut unter neuer Leitung
 
Im Jahr 2014 ging der langjährige Leiter des Auen-Instituts Prof. Emil Dister in den Ruhestand. Nach der Interimsleitung durch Dr. Gregory Egger übernahm im Jahr 2016 Prof. Florian Wittmann die Leitung des Auen-Instituts. Prof. Florian Wittmann kam vom Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie und forschte zuletzt im brasilianischen Manaus. Es ist beabsichtigt, das Forschungsgebiet zu erweitern, z.B. um Moore und Sümpfe oder die Bedeutung der Kohlenstoffe im Auenwald und die Auswirkungen des Klimawandels. Das Institut heißt fortan nicht mehr "WWF-Auen-Institut", sondern schlicht "Auen-Institut".
 
Link
 
• Auen-Institut am KIT
 
 
   
 
Kontakt    Impressum    Datenschutzerklärung