Rheinauen im Rauhreif
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Stechmücken
 
Culex Culex Culex
Culex (Alle Fotos von Rainer Deible)
 
Seuchen am Oberrhein in früheren Zeiten
 
Neben der Pest als der schlimmsten Geisel der Menschen traten im Mittelalter am Oberrhein weitere Krankheiten auf, z.B. Cholera, Malaria, Pocken, Scharlach, Tuberkulose, Typhus. Die Malaria erreichte noch im 19. Jahrhundert mitunter pande­mische Ausmaße. So wütete die Krankheit von 1823 bis 1827 bis hinunter in die Niederlande. Nach 1885 gab es nur noch vereinzelte Fälle und das 20. Jahrhundert war abgesehen von den Zeiten der beiden Weltkriege malariafrei. Der Rückgang wie auch das Schwinden von anderen Wechselfiebererkrankungen wurden auf die Entsumpfung und Trockenlegung von Gewässern in der Rheinniederung zurückgeführt.
Überträger der Malaria sind bestimmte Arten der Anophelesmücken. Von den etwa 400 Arten weltweit sind etwa 40 Arten in der Lage, Malaria zu übertragen. In Deutschland sind sechs Anopheles-Arten heimisch.
 
Schnaken
 
Die weit überwiegende Stechmückenart in den Rheinauen ist die Aedes vexans bzw. Aedimorphus vexans, manchmal auch als "Rheinschnake" bezeichnet.
Besonders bei schwülem Wetter bilden sich abends Schwärme von männlichen Schnaken, die auf- und abtanzen. Die Weib­chen werden durch einen Summton angelockt und noch im Flug begattet. Zur weiteren Entwicklung der Eier ist es erforder­lich, dass die Weibchen Blut saugen und die darin enthaltenen Proteine zur Verfügung stellen. In den Eiern entwickeln sich die Larven heran. Nach dem Schlüpfen dauert es weitere 1 bis 3 Wochen bis sich aus der Larve und der Puppe das fertige Insekt bildet.
Weitere in den Rheinauen auftretende blutsaugende Mücken- bzw. Fliegenarten sind die Kriebelmücken und die Bremsen.
 
Eingewanderte und einwandernde Stechmückenarten
 
Nur eine Frage der Zeit dürfte sein, bis der Asiatische Tigermoskito auch in den Rheinauen auftritt. Die in Südostasien beheimatete, schwarz-weiß gemusterte Stechmücke hat sich inzwischen mittels Warentransporte und Reiseverkehr weltweit ausgebreitet. Seit den 1990er Jahren kommt sie zunehmend in Europa vor. Im September 2007 wurden zum ersten Mal in Baden-Württemberg auf einer Autobahnraststätte Eier der Mücke entdeckt. Die Asiatische Tigermücke ist in der Lage, Chikungunya und Dengue-Fieber zu übertragen.
Eine weitere einwandernde Art ist der Japanische Buschmoskito. Er wurde inzwischen in Südwestdeutschland nachgewiesen und beherbergt Viren, die Fiebererkrankungen auslösen können.
Wegen des Klimawandels und aufgrund des globalen Waren- und Reiseverkehrs muss man davon ausgehen, dass in Zukunft die ein oder andere exotische Stechmückenart auch in den Rheinauen heimisch wird.
 
Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage
 
Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) wurde 1976 gegründet. Sie ist ein e.V. mit Sitz in Waldsee. Ihr gehören etwa 100 Körperschaften entlang des Oberrheins an.
In den ersten Jahren wurde mittels Liparol auf den Brutgewässern ein Film ausgebracht, der die Sauerstoffversorgung unter­band. Dieser tötete jedoch nicht nur die Larven der Rheinschnaken ab, sondern zog auch viele andere Kleinlebewesen in Mitleidenschaft.
Ab Mitte, Ende der achtziger Jahre erfolgte die Bekämpfung der Stechmücken durch Ausbringen eines biologischen Wirk­stoffes, kleinflächig durch Helfer per Rückenspritze und großflächig per Hubschrauber als Eisgranulat. Der Wirkstoff basiert auf vom Baterium Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) gebildeten Proteinen. Er wird von den Stechmückenlarven gefressen und zerstört deren Darmtrakt. Die Bekämpfung ist stechmücken-spezifisch und äußerst wirkungsvoll und hat die Schnaken­population in den Rheinauen beträchtlich reduziert.
 
Schnakenbekämpfung in den Rastatter Rheinauen
 
Schnakenbekämpfung am 27.05.2012 bei Plittersdorf (Gefrorenes Granulat, Hubschrauber beim Betanken und im Flug)
 
Links und Literatur
 
• Wikipedia: Stechmücken
• Wikipedia: Anophelesmücken
• Wikipedia: Aedimorphus vexans
• Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS)
• Traude Löbert: Die Oberrheinkorrektion in Baden - Zur Umweltgeschichte des 19. Jahrhunderts, Magisterarbeit, Institut für Wasserbau u. Kulturtechnik, Universität Karlsruhe (TH), 1997
 
 
   
 
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