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Das Integrierte Rheinprogramm (IRP)
 
Mit dem Rheinausbau von 1928 bis 1977 hatte sich der Hochwasserschutz für die Unterlieger von Iffezheim drastisch ver­schlechtert. Gefahr drohte insbesondere dann, wenn die nun schneller ablaufende Rhein-Hochwasserwelle dort mit Hoch­wassern der Flüsse aus Schwarzwald, Odenwald und Vogesen zusammentreffen sollte. Bestand zuvor noch ein Schutz gegen ein extremes Hochwasser, wie es statistisch gesehen nur einmal in 200 Jahren auftritt, so war nach dem Ausbau ein gerademal 50-jährlicher Hochwasserschutz gegeben.

Am 6. Dezember 1982 vereinbarten die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Frankreich vertraglich, den vor dem Oberrheinausbau unterhalb von Iffezheim bestehenden Hochwasserschutz wiederherzustellen. Hierzu sind in Frankreich, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Rückhalteräume für Hochwasser erforderlich.

In Folge beschloss die Landesregierung Baden-Württemberg am 7. November 1988 das "Integrierte Rheinprogramm (IRP)". Dieses hat zwei Ziele: den Hochwasserschutz und den Auenschutz, beide gleichrangig genannt.
 
Hochwasserschutz
 
Der Hochwasserschutz am Oberrhein sollte dadurch verbessert werden, dass ehemalige Überflutungsflächen wieder an den Rhein angebunden werden und für die Aufnahme von Hochwassern bereit stehen. Bald zeigte sich in mathemati­schen Modellrechnungen, dass die vor dem Staustufenbau überfluteten Flächen zwischen Breisach und Iffezheim nicht ausreichen würden, sondern dass darüber hinaus weitere Flächen benötigt werden.
Standorte der Rückhalteräume
Die Rückhalteräume am Oberrhein, Stand Januar 2011
(Abdruck mit Genehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg, Quelle: Regierungspräsidium Freiburg, Abt. Umwelt)
 
 
Das Integrierte Rheinprogramm von Baden-Württemberg
 
Das "Rahmenkonzept zum Integrierten Rheinprogramm", dem die Landesregierung am 29. Januar 1996 zustimmte, sah schließlich auf baden-württembergischer Seite zwischen Basel und Mannheim 13 Standorte mit einem Rückhaltevolumen von insgesamt 167 Millionen Kubikmeter vor. Dabei trägt der Bund 41,5 % der Kosten des Integrierten Rheinprogramms.
 
Detaillierte Informationen sowie Luftaufnahmen der Rückhalteräume mit den markierten Flächen finden Sie auf der Website der Regierungspräsidien Baden-Württemberg "Integriertes Rheinprogramm".
 
 
Der französische Beitrag zum Hochwasserschutz am Oberrhein
 
Das "Integrierte Rheinprogramm" bezieht sich allein auf das Land Baden-Württemberg. Im Staatsvertrag von 1982 ist fest­geschrieben, dass Deutschland seinen Anteil am Hochwasserschutz auf deutschem Gebiet wieder herzustellen hat. Doch auch Frankreich leistet mit zwei Poldern und dem Sonderbetrieb der Wasserkraftwerke einen Beitrag zum Hochwasserschutz am Oberrhein. Beim sogenannten "Sonderbetrieb der Rheinkraftwerke" wird der Durchfluss in den Kraftwerkskanälen gedrosselt, wodurch wieder mehr Rheinwasser durch das alte Rheinbett mit seinen Retentions­räumen fließt.
 
Land Polder-/Deichprojekt Volumen Mio m3 Kurzbeschreibung Stand
F Moder 5,6 Polder Betriebsbereit
F Erstein 7,8 Polder Betriebsbereit
F Sonderbetrieb der Rheinkraftwerke 45 Ab einem Durchfluss von ca. 4000 m3 pro Sekunde in Basel werden die Rheinkraftwerke abgeschaltet und das gesamte Wasser durch die Wehre in das ursprüng­liche Rheinbett geleitet.  
 
 
Der Beitrag von Rheinland-Pfalz zum Hochwasserschutz
 
Auch das Bundesland Rheinland-Pfalz leistet mit mehreren Rückhalteräumen einen Beitrag zum Hochwasserschutz:
  • Wörth ⁄ Jockgrim
  • Sondernheim
  • Flotzgrün
  • Speyer
  • Kollerinsel
  • Waldsee ⁄ Altrip ⁄ Neuhofen
  • Worms
  • Bodenheim-Laubenheim
Detaillierte Informationen finden Sie unter: Struktur und Genehmigungsdirektion Süd, Rhrinland-Pfalz
 
 
Umweltverträglicher Hochwasserschutz
 
Der Hochwasserschutz nach dem Integrierten Rheinprogramm hat zur Auflage, umweltverträglich zu sein. Das soll durch folgende Maßnahmen erreicht werden:
  • Die Überflutungshöhe wird auf naturnahe Werte begrenzt.
  • Das Überflutungswasser muss fließen.
  • In gesteuerten Poldern werden so genannte Ökologische Flutungen durchgeführt.
  • In bestimmten Räumen wird neben der gesteuerten Variante "Polder" auch die ungesteuerte, naturnähere Variante "Dammrückverlegung" geprüft.
Ökologische Flutungen
 
Gebiete, die seit Jahrzehnten ausgedeicht sind, haben mittlerweile eine Flora und Fauna entwickelt, die nicht mehr an ein Hochwasser angepasst sind. Wird nun ein solches Gebiet plötzlich von Hochwasser überschwemmt, dann leiden die dortigen Lebensgemeinschaften sehr. Ökologische Flutungen sind Durchflutungen dieser Gebiete, angepasst an den Wasserstand des Rheins. Mittels Ökologischer Flutungen soll sich wieder eine Auenlandschaft mit typischen Tier- und Pflanzenarten entwickeln, die eine Überflutung mit möglichst geringen Schäden übersteht. Ökologische Flutungen sind bei den technisch gesteuerten Retentionsräumen des IRP zwingend vorgeschrieben.
 
Auenschutz
 
Dem Auenschutz sollte durch die Erhaltung, Wiederherstellung und Neuschaffung von naturnahen Auen Rechnung getragen werden. Unter Federführung der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg wurde in den Jahren 1992 und 1993 das Grundsatzpapier "Auenschutz und Auenrenaturierung" erarbeitet. Es war ähnlich wie das Rahmenkonzept von programmatischem Charakter. So folgte die "Konzeption zur Entwicklung und zum Schutz der Oberrheinniederung". Diese besteht aus einem Grundlagenteil mit naturschutzfachlichem Basiswissen über Landschaftsgeschichte, Lebens­räume, Tier- und Pflanzenvorkommen und einem Planungsteil mit Maßnahmevorschlägen.
 
Bilanz
 
Die Konzeption des Integrierten Rheinprogramms ging davon aus, dass es unabdingbar ist, den Flüssen zusätzlichen Über­flutungsraum zurückzugeben. Dabei bedingen sich Hochwasserschutz und Auenschutz gegenseitig und sind in Zusammen­hang zu sehen. Die Umsetzung des Konzeptes zieht sich jedoch in die Länge, stagniert bisweilen. Jedes neue Hochwasser drängt jedoch dazu, das Integrierte Rheinprogramm zügig und konsequent umzusetzen.
 
Links
 
• Regierungspräsidien Baden-Württemberg: Integriertes Rheinprogramm (IRP)
• Siepe, A.: Dynamische Überflutungen am Oberrhein: Entwicklungs-Motor für die Auwald-Fauna, 2006, WSG Baden-Württemberg 10, 149-158
 
 
   
 
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