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Ur-Rhein ⁄ Altrhein
 
Die ersten Flüsse gab es vor nahezu 4 Milliarden Jahren. Seit dieser Zeit fiel Regen auf die Erde nieder, ohne sofort zu verdampfen. Die ersten Anfänge des Rheins lassen sich bis vor etwa 12 Millionen Jahren zurückverfolgen. Das Quell­gebiet des Ur-Rheins wird im Bereich des Kaiserstuhls vermutet. Der Alpenrhein, der ursprünglich wie die Aare auch zur Donau abfloss, fand erst dann den Anschluss zum Rhein, als sich der Oberrheingraben senkte und die Alpen und der Jura weiter hoben.
 
Entwicklung des Flussnetzes Donau-Rhein

Entwicklung des Flussnetzes Donau-Rhein; aus GEYER, O.F. & M.P. GWINNER (1986) nach LINIGER, H. (1966)
 
Furkationszone und Mäanderzone
 
Der Oberrhein aus jener Zeit wird zwischen Basel und Mannheim geomorphologisch in eine "Furkationszone" und eine "Mäanderzone" unterteilt. Der Übergang zwischen den beiden Zonen war in der Gegend um Rastatt. Maßgebend für die Ausprägung der beiden Zonen waren die Gefälleunterschiede. Bei Basel beträgt das Gefälle etwa 1 Promille, verringert sich auf 0,45 Promille im Raum Rastatt und fällt am Ausgang der Oberrheinebene auf 0,07 Promille ab.
 
Peter Birmann: Blick vom Isteiner Klotz um 1800 (Kunstmuseum Basel)

Peter Birmann: Blick vom Isteiner Klotz um 1800 (Kunstmuseum Basel)
Fluss

Fluss mit Furkations-, Übergangs- und Mäanderzone
(Bildgrund aus "1000 Fragen an die Natur, Verlag Das Beste, 1991")
 
In der Furkationszone (lateinisch furca, die Gabel) verlief der Rhein in einer Vielzahl von teils parallelen, teils vergabelten Rinnen (Netzstruktur) von geringer Tiefe. Die Ablagerungen erfolgten hier hauptsächlich in Form von Schottern.

In der Mäanderzone nahm das Gefälle ab. Das Geschiebe bestand hier in feinerer Form aus Kiesen und Sanden. An Stellen stärkerer Strömung wurde Land abgetragen, an Stellen schwächerer Strömung angelandet. So entstanden die typischen Flussmäander, die über einen längeren Zeitraum hinweg regelrechte Schlingen ausbildeten. Schlingen wurden mitunter selbst abgeschnitten und verlandeten. Ein tiefer Hauptstrom mit wenigen Nebenarmen war die Folge.
 
Der Altrhein
 
Altrheinschlingen bei Plittersdorf ⁄ Munchhausen

Altrheinschlingen bei Plittersdorf ⁄ Munchhausen (Quelle: Flyer "Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue", RP Karlsruhe, 2009)
Altrheinschlingen bei Daxlanden

Altrheinschlingen bei Daxlanden (Quelle: "Naturschutzgebiet Fritschlach", RP Karlsruhe, 2008)
 
Der Rhein war vor seiner Korrektion im 19. Jahrhundert ein wilder Strom, der fortwährend seinen Lauf änderte. In der Gegend von Rastatt war der Übergang zur Mäanderzone; hier bildeten sich erste Rheinschlingen. Der Wintersdorfer Altrhein und der Plittersdorfer Altrhein sind Überbleibsel solcher Schlingen. Auch kann man im weiteren Rheinverlauf, z.B. bei Daxlanden, im Landschaftsrelief die damaligen Schlingen noch deutlich erkennen.
 
Ein Hauptarm des Rheins führte einst auch nahe bei Rastatt vorbei, da wo heute sich Mühlwerlgraben und Riedkanal befinden. Die Rastatter Riedorte lagen damals linksrheinisch. Politisch, wirtschaftlich und kirchlich waren sie eng mit Seltz verbunden. Doch dann änderte 1307 der Rhein seinen Lauf und verlagerte sich nach Seltz im Westen. Das Kloster Seltz wurde vollkommen weggespült und die Riedorte lagen fortan auf einer Rheininsel, dem sogenannten "Inneren Ried". Bereits für das Jahr 1310 sind Fähren zwischen Seltz und den Rieddörfern bzw. zwischen den Riedorten und Rastatt dokumentiert. Der Inselzustand dauerte mindestens bis 1464 an, bis dann später die Riedorte rechtsrheinisch wurden und zur Markgraf­schaft Baden kamen. Der Anlass waren Zollstreitigkeiten zwischen Baden und der Kurpfalz. Die badische Regierung ließ deshalb kurzerhand den bis dahin noch schiffbaren (Alt-)Rhein östlich der Riedorte für Schiffe und Floße unpassierbar machen. Davon berichtet eine Akte aus dem Jahr 1493.
 
Und noch ein Hinweis: Anlässlich der 750 Jahrfeier des Rastatter Stadtteils Rheinau schrieb das Badische Tagblatt am 26. Januar 2008: "Vor genau 750 Jahren, also im Jahr 1258, wurde der Rastatter Stadtteil Rheinau erstmals in einer Urkunde erwähnt. ... Rheinau wird in dieser Urkunde "Augia super Rhenum" genannt. Zur früheren Lage von Rheinau wäre noch zu sagen, dass "Augia super Rhenum" Insel im Rhein heißt. Der Rhein floss im Jahr 1258 wohl noch am Rastatter Hochgestade entlang und mit einem Seitenarm um die andere Seite der Insel Rheinau herum. Als der Rhein um 1307 seinen Hauptlauf an das jenseitige Rheinhochufer bei Seltz verlegte, folgte die Murg seinem bisherigen Lauf bei Rheinau und legte zu einem bis jetzt noch nicht näher bekannten späteren Zeitpunkt Rheinau auf das rechte Murgufer, wo es bis zum Bau des Murgkanals in den Jahren um 1780 blieb. Seit dieser Zeit liegt Rheinau wieder links der Murg."
 
 
   
 
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