Aalschokker Heini in der Alten Sandbach-Mündung
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NSG Rastatter Rheinaue
 
Aalschokker Heini in der Alten Sandbachmündung

Aalschokker "Heini" in der Alten Sandbachmündung
Altrheinarm Gänsrhein

Altrheinarm Gänsrhein
 
Gänsrhein im Raureif

Gänsrhein im Raureif
Nachen im Winter am Plittersdorfer Altrhein

Nachen im Winter am Plittersdorfer Altrhein
 
Vorgeschichte
 
Der Versailler Vertrag von 1919 sprach Frankreich das alleinige Recht zu, das Wasserkraftpotential des Rheins zur Ener­giegewinnung zu nutzen. Ab 1928 errichtete Frankreich am abgeleiteten Rheinseitenkanal vier Kraftwerke und ab 1956 vier weitere in Form einer jeweiligen Kanalschlinge ("Schlingenlösung"). Der deutsch-französische Staatsvertrag von 1969 sah unterhalb von Straßburg den gemeinsamen Ausbau des Rheins vor. Nun sollten im voll kanalisierten Flussbett Staustufen errichtet werden ("Vollausbau"). Die Staustufe in Gambsheim wurde 1974 fertiggestellt und die in Iffezheim 1977. Die nächste Staustufe sollte bei Au ⁄ Neuburg folgen. Mit jeder Staustufe ergab sich jedoch das Problem, dass im Unterwas­ser einer solchen Staustufe verstärkt die Sohlenerosion einsetzte. Um letztlich nicht den ganzen Oberrhein aufstauen zu müssen, musste eine Lösung gefunden werden, die man auch in Form der Geschiebezugabe fand. Und weil sich mittler­weile zudem die Diskussion um Hochwasser- und Naturschutz verstärkt hatte, wurde die Staustufe bei Au ⁄ Neuburg nicht mehr gebaut. Somit blieb die Rastatter Rheinaue als erste frei überflutbare Aue am Oberrhein erhalten.
 
Das Verfahren
 
Bereits 1975 war das Gebiet als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen worden. Auf Initiative der Stadt Rastatt eröffnet das Regierungspräsidium Karlsruhe im Juli 1982 das Verfahren zur Ausweisung des Gebietes auf den Gemarkungen der Stadt Rastatt und der Gemeinden Iffezheim und Steinmauern als Naturschutzgebiet; die Riedgemeinden Plittersdorf, Ottersdorf und Wintersdorf waren bereits in den 1970er Jahren in die Stadt Rastatt eingemeindet worden. Zusätzliche Verhandlungen und Verträge waren erforderlich, weil 85 Hektar des Gebiets auf der Gemarkung Rastatt im Eigentum der Gemeinde Munchhausen (Elsass) stehen. Die Forstdirektion Karlsruhe legte parallel zum Naturschutzverfahren Entwürfe für zwei Schonwalderklärungen im Rheinwald Rastatt vor.

Am 8. Februar 1984 wurden dann im Rathaus der Stadt Rastatt die Naturschutzgebietsverordnung "Rastatter Rheinaue", die Schonwalderklärungen "Rheinaue Rastatt" und "Rheinauenwald Munchhausen" und der Vertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Gemeinde Munchhausen feierlich unterzeichnet.
 
Das Schutzgebiet
 
Das Schutzgebiet erstreckt sich vom Bahndamm zur Wintersdorfer Rheinbrücke im Süden bis zur Murgmündung im Norden. Im Westen stellt der Rhein die Grenze dar. Die Ostgrenze verläuft überwiegend am Rheinhochwasserdamm. Das Gebiet hat eine Ausdehnung von ca. 850 Hektar und ist damit das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Regierungsbezirk Karlsruhe.
 
Das Naturschutzgebiet beinhaltet fünf Kernzonen:
  1. Murgwinkel
  2. Häfele
  3. Füllergrund
  4. Saurhein - Bannwald - Schmidtseppengrund
  5. Bannwasser
Schutzzweck ist die Erhaltung der Rheinaue bei Rastatt
  1. als Naturraum von besonderer Eigenart und Schönheit;
  2. als Rest der intakten überflutungsaue in der Furkationszone des Rheins;
  3. als Standort der Eichen-Ulmen-Waldgesellschaften und des Silberweidenwaldes sowie der artenreichen Vegetation, besonders an den Gewässern und Gewässerrandzonen;
  4. als Lebensraum zahlreicher Tiergesellschaften mit seltenen, zum Teil vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
 
Das Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet "Rastatter Rheinaue", Abdruck mit Genehmigung des Regierungspräsidiums Karlsruhe,
(Quelle: Flyer, Regierungspräsidium Karlsruhe mit finanzieller Unterstützung der Umweltstiftung Rastatt, 1. Auflage, Februar 2009)
 
Kleiner Bärensee

An der Raukehl ⁄ Kleiner Bärensee
Großer Bärensee

Großer Bärensee
Furt zwischen Großem Bärensee und Wörtfeldsee

Furt Großer Bärensee - Wörtfeldsee
 
Baggersee Wörtfeldsee

Baggersee Wörtfeldsee
Gänsrhein

Gänsrhein
Furt zwischen Gänsrhein und Murg

Furt zwischen Gänsrhein und Murg
 
Flora
 
Das Naturschutzgebiet ist durchzogen von Altrheinarmen: dem Altrhein bei Wintersdorf, dem "Plittersdorfer Altrhein", dem "Bärensee", dem "Gänsrhein". Prägend sind die wechselnden Wasserstände. In den tiefergelegenen Regionen herrscht die Weichholzaue mit Silberweide, Schwarzpappel und Weidengebüschen vor. Auf den etwas höhergelegenen Flecken macht sich die Hartholzaue mit den Stieleichen, Eschen, Feldahorn und früher den Ulmen breit. In der Strauchschicht findet man hier Hartriegel, Hasel, Pfaffenhütchen, Weißdorn und andere, mitunter auch die Wilde Rebe.
 
Fauna
 
Die Rastatter Rheinaue beherbergt eine große Vielfalt an Vögeln, Käfern, Schmetterlingen und Libellen. Einst waren hier auch der Biber und der Schwarzstorch zu Hause.
 
Links und Literatur
 
• Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW): Rastatter Rheinaue, Gebietssteckbrief mit Verordnung und Würdigung
• Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Rastatter Rheinaue" vom 8. Februar 1984 (im Internet im Rahmen eines Gesetzblattes gefunden und layoutmäßig aufbereitet) (PDF)
• Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue, Broschüre mit Karte, Hrsg. Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe, 1. Auflage 1998
• Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue, Faltblatt, Hrsg. Regierungspräsidium Karlsruhe (RPK) mit finanzieller Unter­stützung der Umweltstiftung Rastatt, 1. Auflage Februar 2009 (PDF)
• Natur und Landschaft in Rastatt, Schriftenreihe zur Regional- und Stadtentwicklung, Rastatt Fachbereich ökologische Stadtplanung, 3. Auflage 2008, S. 17 - 22
• Dr. Georg Philippi: Die Pflanzenwelt der Altrheine um Rastatt, Um Rhein und Murg, 9. Heimatbuch des Landkreises Rastatt, 1969, S. 148 - 161
 
 
   
 
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